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2012/05/30 Smart Meter – Der Konsument will selbst entscheiden
KonsumentInnen wünschen sich Wahlfreiheit und mehr Information, zeigt eine Studie des IFZ – Interuniversitäres Forschungszentrum Graz, und des Instituts für Technikfolgenabschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der e-commerce monitoring gmbh zur Einführung von Smart Meters in Österreich.

Bis Ende 2019 sollen laut Verordnung des Wirtschaftsministeriums 95% der österreichischen Haushalte mit „intelligenten“ Stromverbrauchsgeräten ausgestattet sein, aber die KonsumentInnen sind davon nicht begeistert. „Sie wollen selbst entscheiden können, ob intelligente Messgeräte in ihren Haushalten Einzug halten.“, berichtet Jürgen Suschek-Berger vom IFZ, Grazer Standort der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt.

Bislang wurde die Diskussion über Für und Wider von Smart Metering in erster Linie von ExpertInnen geführt, die Perspektive der KonsumentInnen blieb unberücksichtigt. Erstmals wurde nun im Rahmen des Forschungsprojektes „Smart New World?“, gefördert vom Energie- und Klimafonds im Rahmen des Programms „Neue Energien 2020“, sowohl VerbraucherInnen als auch ExpertInnen in Form von Interviews und Fokusgruppen zu möglichen Einführungsszenarien von Smart Meters befragt.

„Die KonsumentInnen plädieren ganz eindeutig für Wahlfreiheit“, fasst der Soziologe die Ergebnisse der qualitativen Studie zusammen. „Sowohl was Einführung und Wahl der Zähler, als auch Aspekte wie Datenübertragung und Tarife betrifft.“ Dies steht im Widerspruch zu den Erfordernissen der Netzbetreiber, die befürchten, dass die Gesamtkosten nicht reduziert werden, wenn Smart Meters nicht flächendeckend eingeführt werden. „Smart Metering kann durchaus zu einem Selbstläufer werden, wenn es einen klaren Nutzen für KundInnen gibt. Dafür wäre eine Verknüpfung mit Ansätzen der Heimautomation und attraktiven Tarifen nötig“, ist Suschek-Berger überzeugt. Der Wissenschafter ortet allerdings einen hohen Informationsbedarf: „KonsumentInnen können derzeit keine fundierte Entscheidung treffen, weil zu viele Aspekte unklar sind. Welche Kosten kommen auch mich zu? Welches Einsparungspotential ist realistisch? Was passiert mit meinen Daten? – diese Fragen sind aus Sicht der KonsumentInnen noch nicht zufriedenstellend beantwortet.“


Ungelöste Datenschutzfragen Fragen zum Schutz der Privatsphäre verunsichern KonsumentInnen

„Die Studie zeigt, dass bei den KonsumentInnen Verunsicherung und Skepsis herrscht, was Datenschutzfragen Fragen des Schutzes der Privatsphäre anbelangt“, meint der Datenschützer Hans G. Zeger, Geschäftsführer der e-commerce monitoring gmbh, der sich gegen eine Zwangseinführung von Smart Meter in Österreich ausspricht. Bisherige Lösungsansätze für zum Schutz der Privatsphäre und der Datenschutzfragen Datensicherheit werden von VerbraucherInnen mit großer Skepsis gesehen: So wird z.B. angezweifelt, dass es möglich ist, den Personenbezug zuverlässig zu entfernen bzw. Missbrauch zu vermeiden. Auch wird befürchtet, dass die Kosten der erforderlichen hohen Sicherheitsstandards direkt auf die Konsumenten überwälzt werdendie Kosten in die Höhe treiben.

„Informationen an den Endverbraucher hat es bislang nicht ausreichend gegeben“, kritisiert Zeger, „hier ist eindeutig noch mehr Aufklärungsarbeit zu leisten.“


Alle Stakeholder an einen Tisch

Wie kann nun eine erfolgreiche und akzeptable Einführung von Smart Metering in Österreich erfolgen? „Verschiedene Stakeholder haben verschiedene Ansprüche, die gleichberechtigt sind. Das optimale Einführungsszenario bringt alle Ansprüche möglichst gut unter einen Hut“, fasst Walter Peissl, Institut für Technikfolgenabschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, die Ergebnisse der Befragungen zusammen.

„Man sollte sich mehr Zeit, bei der Einführung lassen, um Know-how aufzubauen. Einheitliche Standards werden auf EU-Ebene gerade ausgearbeitet, es ist also sinnvoll darauf zu warten“, so Peissl. Ein Standardisierungsgremium sollte eingerichtet werden, um die Vielzahl an technischen Fragen zu lösen. Auch eine Reihe von Begleitmaßnahmen wie etwa transparente Tarifmodelle, eine Investitionskostenrechnung oder eine Ombudsstelle für KonsumentInnen ist erforderlich. „Am wichtigsten ist aber, das alle Beteiligten miteinander reden. Wir brauchen einen Partizipationsprozess bei dem alle Stakeholder, eben nicht nur Energieversorger und Hersteller, sondern auch DatenSicherheitsexperten,- und KonsumentenschützerInnen und politische Akteure zusammen kommen und die offenen Fragen diskutieren“, so das Fazit des Wissenschafters.

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